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Fluggeräte - Schwerer als Luft
Nach der 1912 erfolgten Bestimmung des Luftschiffhafens in FISCHAMEND als Versuchsflugplatz
wurde hier gleichzeitig ein Flugzeugwerk errichtet, welches die konkreten Bedürfnisse der"Luftschifferabteilung" bzw. späteren "Luftfahrtruppen" besser als zivilen Hersteller befriedigen können sollte.

Der "k.u.k. Militär-Ära" bestellte seine ersten "Apparate" bei LOHNER und ETRICH. Da es aber
1912 danach aussah, als ob es zu Lieferproblemen mit den ersten Etrich-"Tauben" kommen könnte, wurde im neu
errichteten Flugzeugwerk in FISCHAMEND eine Serie von 10 solchen "Tauben" aufgelegt, ohne allerdigns
die Fragen der Lizenz mit Igo Etrich vorherab zuklären.
Nach Klärung dieser Schwierigkeiten wurden etwa 50 Stück dieser "Fischamender Tauben" nach- und später umgebaut.. In den Jahren 1914 und 1915 wurden auch nach einem Unfall in Mißkredit geratenen "LOHNER Pfeilflieger" nach Verschlägen von Prof. KNOLLER überarbeitet und fronttauglich gemacht. Zwischen 1916 und 1918
wurden etwa 465 Schulflugzeuge Brandenburg B.I um- oder neu gebaut.
Die Fliegerwerft war ein Reparatur- und Ersatzteilbetrieb, der Depotinstandsetzung ganzer Flugzeuge betrieb
und darüberhinaus in der Lage war, jeden Flugzeugteil in bester Qualität und beliebiger Anzahl herzustellen.
Die wesentlichen Funktionen trugen sehr zum effizienten Funktionieren der Instandsetzung der
Luftfahrttruppe bis "hinunter" zu den Fliegerkompanien bei.
Sehr erfolgreich war das Fliegerarsenal auf anderen Gebieten, wo die Zusammenarbeit mit den Fronttruppen weit besser
klappte. Hier sei die Entwicklung der ersten starren Bewaffnung genannt.
Das Foto unten ist typisch für diese Zeit, als viele Konstrukteure versuchten, ein Fluggerät zu bauen, das besser als das der Konkurrenz war.
Daher sehen wir das von Körting-Hangar
aufgenommene Flugplatzvorfeld mit den verschiedensten Typen: Etrich Taube, Lohner Pfeilflieger, zwei Aviatik B.II
und das wohl bekannteste noch vorhandene Flugzeug aus der Zeit, Phönix (Albatros) B.I 20.01, der heute im
Heeresgeschichtlichen Museum in Wien ausgestellt, ist.

Die vielleicht interessanteste Einrichtung im Rahmen des Fischamender Flugfeldes wohl die Versuchsanstalt. Hier wurde alles, was technisch, fliegerisch und militärisch von Belang war, von den hochrangigen Experten
analysiert, erprobt und möglichst unter Mitwirkung erfahrener Frontpiloten aus- und weiterentwickelt.

Der einzige in Fischamend fertiggestellte Prototyp war der "Knoller 70.01", welcher als Versuchsjagtflugzeug
gebaut, etliche Umbauten durchmachte und oftmals beschädigt wurde (Diese findet im Fragezeichen und in der
Unterstreichung der Seriennummer seinen Ausdruck).
Oberleutnant Guido PRIESSEL konstruierte zusammen mit den Fabrikanten Hoier der den finanzellen Hintergrund bestritt, einen Kampfeinsitzer ( Priesel KEP), der beim Fliegerarsenal erprobt wurde. Eine neue Firma ( Wieland technische Werkstatt) wurde errichtet und zusammen mit Flars- Ing. Robert, Leutnant Arthur Olessak und Leutnant Hans Stephenson wurde der Priesel neu gebaut. Da Oberleutnant Priesel bei einem Absturz am 20.3.1918 tödlich verunglückte, wurde die Entwicklung eingestellt.
Im Rahmen der Versuchsanstalt wurden für die einzelnen Prüfbereiche eigene "Versuchs-Fliegerkompanien" aufgestellt, deren
Aufgabe die Erprobung z.B. der Waffeneinbauten war. Dazu wurden erfahrene Frontbesatzungen aus allen Bereichen herangezogen.
So wurden auch vor und während des Serienbaus die verschiedensten
Flugzeugtypen als Prototypen und im Hinblick auf weitere Verbesserungen von der Versuchsanstalt untersucht.
Beuteflugzeuge nachzufliegen und technisch zu analysieren war eine der wichtigesten Aufgaben. Unten sehen wir den in Italien
erbeuteten S.A.M.L. S.1. Links hinten ist der "Körtinghanger" zu sehen.
Nach dem Kriegsende wurde der neuen jungen Republik durch den Vertrag von St. Germain verboten, die Fliegerei weiter zu betreiben. Trotzdem wurde versucht dieses Diktat zu umgehen, indem man z.B. eine Polizeistaffel aufstellte.
Das Bild unten zeigt den Brandenburg C.I 429.10 mit der Aufschrift "Waffenversuchsflik" und Rot- Weiß- Roter Bemalung. Am Seitenruder ist noch ein Teil des EK erkennbar.